Die Story der «Strafi»

August 2014: Unser neues Buch Damals in ‹Lenzburg›, Alltag in der Strafanstalt 1864–2014 ist erschienen. Pünktlich zum 150-Jahr-Jubiläum der aargauischen Justiz­vollzugs­anstalt. Mit diesem Titel baut der Verlag auf dem erfolg­reichen und längst vergriffenen Text-/Bildband Hinter Gittern auf. Mit dem neuen, gestalterisch und inhaltlich aufwendigem Konzept soll nach «Lenzburg» das «Schälle­mätteli» (die Straf­anstalt Basel-Stadt) folgen.

 

Damals in ‹Lenzburg› widerlegt so manche Vorurteile. Es ist das einzige deutsch­sprachige Buch, das die Archi­tektur, die Struktur und die Zusammen­hänge einer Straf­anstalt im geschichtlichen Kontext beleuchtet. Verständ­lich und Illustrativ, mit 220 Abbildungen.

 

Auf 352 buchstäblich randvollen Seiten wird der Strafvollzug im Kanton Aargau seit seiner Gründung 1803 und noch ein paar Jahre zuvor aufgerollt. Wie kommt es von der helvetischen Zentral­zucht­anstalt in Baden zur Vorzeige-Anstalt in Lenzburg? Wie sahen damals die grossen Vor­bilder im In- und Ausland aus und welche Vollzugs­systeme versprachen die beste Wirkung im Kampf gegen das Verbrechertum?

 

Den geschichtlichen Bogen von damals zu heute spannen die sieben Direktoren, die unter­schiedlicher nicht sein konnten, allesamt aber den klassischen Typus deutsch­schweizerischen Anstalts­direktoren verkörpern. Bis 1981 wohnten sie mit ihren Familien innerhalb der Anstalts­mauern und ihre Frauen wurden automatisch zu Ober­aufseherinnen. Direktor war nicht ihr Beruf. Es war ihr Leben.

 

Zu den Bausteinen einer Straf­anstalt gehören nebst einer funktionellen Architektur und einem verantwortungs­bewussten Direktor vor allem geeignete Ange­stellte und Beamte: Geistliche, Lehrer, Verwalter, Werk­meister und Auf­seher (nebst einigen wenigen Auf­seherinnen). Was waren ihre Auf­gaben? Wie wurden sie aus­gebildet?
 
Nicht zu kurz kommen selbst­verständlich auch die Gefangenen. Männer, Frauen, Jugendliche. Längst nicht alle waren kriminell. Was waren das für Menschen? Was führte sie hinter Gittern? (Weiter)

«Starke Mauern, Schloss und Riegel ­treten an die Stelle der Folter, des Stockes, der Kette, der Arm- und Fussschellen.»

Josef Victor Hürbin, Direktor 1872−1915